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40/2017: außer kontrolle

SANT JULIA DE RAMIS, SPAIN - OCTOBER 01:  A man dressed in the Catalonian flag holds up pink flowers as police move in on the crowds gathered outside to prevent them from stopping the opening and intended voting in the referendum at a polling station where the Catalonia President Carles Puigdemont will vote later today on October 1, 2017 in Sant Julia de Ramis, Spain. More than five million eligible Catalan voters are estimated to visit 2,315 polling stations today for Catalonia's referendum on independence from Spain. The Spanish government in Madrid has declared the vote illegal and undemocratic.  (Photo by David Ramos/Getty Images)

[bildquelle: www.spiegel.de]

eigentlich haben wir das gefühl, dass in west- oder sogar ganz europa kriegsähnliche szenen und auseinandersetzungen um territorien der weit zurückliegenden vergangenheit angehören. okay, die ukraine ist irgendwie auch europa, aber halt weit am rand und fast schon russland. wir sind schon arg erschrocken, als der g20-gipfel gewalt und die martialische reaktion des staates inmitten europas zeigte. und dass in spanien und auch in anderen staaten separatistische bewegungen existieren, daran haben wir uns gewöhnt – separatistischer terror ist im 20. jahrhundert geblieben, ansonsten lässt sich das doch mit der gewährung von zunehmender autonomie lösen, ohne dass dafür jemand zu den waffen greifen müsste. aber offenbar war das weit gefehlt: das referendum, das die katalonische regierung abhalten lassen wollte und das für illegal erklärt wurde, war für die zentralregierung in madrid anlass, ihre paramilitärische guarda civil anrücken und auf wähler*innen schießen zu lassen – offenbar gab es hunderte verletzte. da eine mehrheit für die unabhängigkeit kataloniens bisher eher unwahrscheinlich war, fragt man sich, nach welchem plan die spanische regierung dabei vorging – oder ob sie überhaupt einen hatte. denn wenig verwunderlich führt diese einseitige eskalation der gewalt zu einer verbrüderung der katalanen und stärkt all jene, die spanien den rücken kehren wollen. wohin das führt? auch damit hat westeuropa derzeit wenig erfahrung.

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